Pflege von Bergwiesen

Wolfener Mühle – Ein Fleckchen Himmel
In der Nähe der Ortsverbindungsstraße Markersbach – Crottendorf befinden sich die „Wolfner-Mühl-Wiesen“, ein jetzt noch weiträumiger Bergwiesenkomplex. Das Schutzgebiet stellt einen Ausschnitt der ehemals reichen und ausgedehnten Bergwiesen des Tales der „Großen Mittweida“ dar, die sich von den Katzensteiner Wiesen bis in den unteren Talabschnitt ausbreiteten. Durch intensive Bewirtschaftung mit Düngung, Beweidung und Aufforstung wurde ein Großteil dieser Biotope vernichtet. Am Rand der Wiese befindet sich ein Gebäude, das Honecker als Jagddomizil diente und jetzt nicht mehr genutzt wird. Auch im Bereich der Bergwiese sind noch Spuren aus dieser Zeit zu finden, so u.a. Reste des ehemaligen Postenweges und eines Grillplatzes. Das Schutzgebiet ist sehr vielgestaltig und umfasst Waldbereiche, Bachaue, Bergwiese, moorige und auch ganz trockene Abschnitte. Es weist eine vielfältige und kostbare Vegetation auf. Neben verschiedenen Orchideenarten sind noch weitere gefährdete und stark gefährdete Arten anzutreffen. „Ein göttliches Stück Erde!“
Seit 1998 kümmerte sich unsere Gruppe um einen großen Bereich dieses Wiesenkomplexes. Angeregt wurde die Aktivität durch unseren Freund Bernd Schaller, der vor Jahren in der „Wolfner Mühle“ wohnte und schon früher dort an Pflegemaßnahmen beteiligt war. Durch die stetige Pflege ist aus einem anfangs vernachlässigten Bereich ein blühendes Paradies geworden. Leider mussten wir aufgrund von Machenschaften der ehemaligen Besitzer die Pflege des größten Teils der Flächen vor einigen Jahren abgeben und pflegen nur noch die beiden kleinen Wiesen am ehemaligen Stasi-Heim. Der BUND Sachsen ist im Moment noch dabei, das Gebiet zu erwerben. Dann kann wieder eine bessere Pflege organisiert werden.

Pförtelsteig- und Oswaldtalwiese – in gezielter Pflegearbeit zu artenreichen Bergwiesen                                                                                                                                             
Die „Waldwiese im Oswaldtal bei Waschleithe“, einst eine buntblumige Bergwiese, war seit 1960 der Sukzession preisgegeben. Ab 1988 nahm sich unser Freund Werner Ficker der Wiese an. Er entfernte ca. 80 natürlich angesiedelte Fichten mit Wurzelstock und mähte mit der Sense die total verfilzte Grasnarbe, die nur noch wenige Pflanzenarten enthielt. 1989 stellte er den Antrag auf Unterschutzstellung. Noch im selben Jahr wurde die Wiese als FND (Flächennaturdenkmal) unter Schutz gestellt. An der oberen Wiesenkante legte er kleine Steinhaufen in unregelmäßigen Abständen an und schon wenige Jahre später konnten dort Kreuzottern beobachtet werden, teilweise sogar einige Jungtiere. Ebenfalls sind Ringelnatter, Blindschleiche, Bergeidechse, Erdkröte und Grasfrosch zu sehen. Die Wiese mähte Werner Ficker jedes Jahr in unregelmäßigen Abständen und zu verschiedenen Zeitpunkten mit der Sense, um ein gezieltes Ausfliegen und Ansiedeln der Samen zu erreichen. Innerhalb von wenigen Jahren ist die Artenvielfalt sprunghaft gestiegen. Durch die exponierte Lage dieser Bergwiese mitten im Landschaftsschutzgebiet „Oswaldtal“ prägt sie entscheidend die Landschaft und ist somit ein Magnet für viele Urlauber und Besucher. Besonders wertvoll ist hier aber auch die Vernetzung der Flächen entlang des Oswaldbaches über den Fischbach bis zu den Quellen des Moosbaches. Die Wiese wird am unteren Ende von einer alten Trockenmauer begrenzt (Jahreszahl an der Mauer 1836). Von dem dazu parallel verlaufenden Weg kann man die schmale Bergwiese gut beobachten, ohne sie zu betreten.
Das FND „Waldschneise am Pförtelsteig bei Waschleithe“ liegt ca. 1km nordwestlich von Waschleithe und ist eine kleine, dem Fichtenwald abgerungene Bergwiese. Der Standort ist frisch bis trocken und wird von einem kleinen Waldbach tangiert. Auf dieser nährstoffarmen Rodungsinsel konnte sich durch die kontinuierliche Pflege von Werner Ficker eine große Vielfalt an Pflanzenarten entwickeln, die das Gebiet sehr wertvoll machen. In Hinsicht auf die Tierwelt hat das Gebiet nur eine untergeordnete Bedeutung als Rückzugsraum und als eine Art Trittstein. Aufgrund der Eigenart als kleine Rodungsinsel innerhalb eines größeren Forstkomplexes hat diese Bergwiese einen besonderen Reiz und zeigt damit auch die Schönheit unserer erzgebirgischen Landschaft – wo der Mensch sie schätzt und achtet. Denn leider nutzen Wanderer auch manchmal diese schöne Bergwiese als Lager- und Picknickplatz und zerstören damit deren Schönheit und gefährden ihren Bestand.
Unser Freund Werner Ficker ist leider im Jahr 2008 verstorben. Wir führen sein Vermächtnis fort und pflegen und betreuen als Verein die Bergwiesen auch weiterhin.

Wir freuen uns, wenn sich Menschen für die Natur interessieren. Wir weisen aber darauf hin, dass in Schutzgebieten (dazu gehören auch diese Flächennaturdenkmale)    es nicht erlaubt ist, diese zu betreten, zu lagern, zu zelten, Pflanzen zu pflücken oder auszugraben, fremde Pflanzen einzubringen, die Tierwelt zu stören usw. Der Schutz dient dazu, dass diese Lebensräume, die oft auch noch durch andere Faktoren gefährdet sind, auf Dauer erhalten werden können. Die Einschränkungen haben also ihren Grund! Bitte achten Sie darauf und helfen Sie mit, diese Naturkostbarkeiten zu erhalten!